Anreise – Tag 2

00.00 (zumindest europäischer Zeit – lokale Zeit weiß ich nicht): Mist, mein Kopfhörer ist kaputt. Hat einen Wackelkontakt. Wie soll ich denn „Johnny Englisch – Reborn“ zu Ende gucken? Doch mein Sitznachbar hat einen vernünftigen Kopfhörer mit Adapter an das Flugzeugsystem angeschlossen, sein Gratiskopfhörer ist daher übrig. Er gibt mir seinen. Danke 🙂 Dann geht das Licht in der Kabine aus und an der Decke werden „Sterne“ angeschaltet. Gemütlich 🙂

ca. 1 Uhr: Wir sind mitten über der Türkei. Naja, wobei eigentlich sind wir schon eher im Südosten der Türkei. Haben nochmal 15mph und 2000ft zugelegt. Das dauert ja nicht mal eine Minute, um 2.000ft (610m) aufzusteigen. Wie schnell das alles geht, wahnsinn… Gerade kamen die Stewardessen mit Saft rum. Habe Ananas-Saft erwischt anstatt O-Saft – naja noch besser! 😉 Leider kann man aus dem Fenster nichts sehen. Nur Dunkelheit. Schon kurz nach dem Start in Hamburg ging es durch Wolken und seitdem ist draußen nichts mehr zu sehen. Schade eigentlich…

2.40: Inzwischen konnte man draußen doch ein paar kleinere leuchtende Städte am Boden erkennen. Aber in dieser Höhe sind sie soooo verdammt klein. Und soooo dunkel. Man muss seine Augen schon eine Weile daran gewöhnen, bis man genauere Konturen erkennt. Und der Versuch, es zu fotografieren, endet nur in schwarzen Bildern mit ein paar Punkten – Kameras sind nicht lichtempfindlich genug dafür. Da braucht man wohl eher ein Nachtsichtgerät 😉 Zwischendurch war einmal eine lange Straße zu sehen, auf der viele Autos zu fahren schienen. Aus der Luft sah es aus wie ein goldener Fluss, der sich durch das Land schlängelt. Total schön! Die Namen der Städte konnte ich leider nicht herausfinden, das Fluginformationssystem läuft schon seit einiger Zeit nur noch in arabischen Schriftzeichen durch, die ich nicht entziffern kann. In der Kabine wird nun eine Art Sonnenaufgang simuliert und die Sterne werden abgeschaltet. Dann geht es innerhalb von ein paar Sekunden 4000ft (1219m) nach unten – Achterbahn… ^^

3.40 (5.40 Ortszeit): nachdem wir schon einmal über Dubai hinweggeflogen sind, nähern wir uns nun aus anderer Richtung dem Flughafen und landen pünktlich. Dann fahren wir 10 min. mit dem Flieger quer über den riesigen Flughafen, bis wir über Treppen herausgelassen und in Busse verfrachet werden. Weitere 20 min. geht es quer über den Flughafen, bis wir an der Ankunftshalle ankommen. Hier muss man sich entscheiden: „Transfer“ oder „Arrival“. Ich entscheide mich für ersteres – schließlich will ich noch weiter 😉

Die ersten Ausläufer von Dubai – bei Nacht

Das Entertainment-System, Spielekonsole, Videothek, Infozentrale, …

Video: Flug über Dubai bei Nacht:

Video: Landung in Dubai:

Beim Aussteigen noch ein Blick entlang des „niedlichen“ Flugzeugs

Auf gehts nach Australien – mit Bussen 😉

Draußen sind laut der Anzeige im Flugzeug 30°C im Schatten – morgens um kurz vor 6! Mit meiner Fließjacke und meiner Winterjacke, die bei Temperaturen knapp über 0°C in Hamburg noch die richtige Bekleidung waren, stehe ich hier etwas bedröppelt da… Der Flughafen ist echt riesig. Ich schlendere einmal ganz gemütlich vom Anfang bis zum Ende, entdecke 2x McDonalds, 1x BurgerKing, 1x Starbucks – man fühlt sich gleich heimisch. Man mag lachen, wenn ich McDonalds oder BurgerKing fotografiere. Aber wenn man nichts kennt, klammert man sich irgendwie an das wenige Bekannte und freut sich darüber um so mehr…

Onkel McDonald ist schon da 😉

…ebenso BurgerKing

Und selbst Swarovski verkauft hier im Flughafen

Begrüßung im Flughafen

Künstliche Bäume im Flughafen

Von welcher Firma sollten die Uhren an der Decke auch sonst sein, wenn nicht von Rolex?

Für meinen Rundgang brauche ich aufgrund der Größe aber trotzdem über 1 Std. Dann will ich mir ein Wasser kaufen. Im Kiosk finde ich auch einen halben Liter für 9 AED. Doch woher jetzt AED nehmen? Ich versuche es am Bankautomaten – doch der spuckt nur Vielfache von 100 AED aus. Was soll ich mit so viel Geld in der Währung? Dann kommt mir aber eine Idee! McDonalds! Dort bin ich auch erfolgreich – 8 AED für einen halben Liter Fanta und Bezahlung per Kreditkarte. Laut Abrechnung waren das 1,70€ – das geht. Leider sieht die Fanta tieforange aus und schmeckt ziemlich ekelhaft. Ich dachte immer, dass alle Getränke vom Coca-Cola-Konzern weltweit gleich sind? Leider wohl doch nicht…

soll das Fanta sein???

Endlich mal Burger, von denen man auch wirklich satt werden könnte… 😉

Dann geh ich zum Gate, wo zum Glück gerade einer der Liegestühle frei geworden ist, den ich dankend nehme. Irgendwann öffnet dann das Gate und nach dem Vorzeigen meines Boarding Passes, einer Ausweiskontrolle und einer sehr unprofessionellen Sichtkontrolle meines Rucksackes (die haben nicht mal alle Fächer gefunden/durchsucht…) kann ich dann mit vielen anderen Leuten im Warteraum Platz nehmen, bis wir um 9.45 Uhr (Ortszeit) in den Flieger können. Die Boeing 777-300ER war ja schon groß. Aber der Airbus A380 ist nochmal eine Ecke größer! Zwar ist er genau so breit, hat dafür aber zwei Stockwerke und größere Flügel, so dass laut Wikipedia 565 Leute in den Flieger passen. Wow!

Boarding Pass von Dubai nach Sydney

Ein kleines Stückchen Airbus A380 durch das dreckige Flughafenfenster fotografiert

10.15: Eigentlich sollten wir jetzt abfliegen, aber unser Pilot sagt, dass gerade zu viele Maschinen gleichzeitig starten wollen, so dass wir noch bis 10.45 warten müssen.

11.05: Unser Pilot sagt, dass es außerdem noch Probleme beim Verladen des Gepäcks gab – dann geht es aber los. Ich bin langsam einfach nur fertig. Bin schließlich schon ca. 23 Std. ohne Schlaf. Das ganze strengt auch noch einigermaßen an – obwohl man ja eigentlich gar nichts macht^^ Draußen sind übrigens inzwischen 37°C im Schatten… puuh…

Nur noch 7.740 Meilen (12.456km) bis Sydney – sieht auf der Karte wie „direkt um die Ecke“ aus 😉

Das Megaprojekt Terminal 3 des Flughafens Dubai aus dem Flugzeug auf dem Weg zur Startbahn. P.S.: niedliche Flügel, oder? 😉

Video: Abflug in Dubai:

Vereinigte Arabische Emirate aus der Luft

Über den Wolken…

12 Uhr: Es gibt Essen – juhuu 🙂 Es gibt wieder einen kleinen Salat vorweg, dann eine Hähnchenbrust in einer Petersilien-Senf-Soße und zum Nachtisch einen Rhabarber-Streuselkuchen in Zimtsoße. Und ein paar Kekse mit Kiri-Käse.

Nach 2 weiteren Stunden Flugzeit bin ich vollkommen fertig. Das leichte Geschaukel, der Schlafmangel, die Aufregung, alles zusammen sorgt dafür, dass mir etwas übel wird. Ich gehe eine Weile im Flugzeug spazieren, wo mich direkt jemand aufgabelt und anspricht. Er ist Australier und seiner Fahne nach zu urteilen ist er offensichtlich ziemlich betrunken. Er erzählt mir, wie beeindruckend er dieses zweistöckige Flugzeug findet und philosophiert über die Zukunft der Luftfahrt und dann über die die Zukunft der Welt. Aufgrund seines starken Akzents und der alkoholbedingt zusätzlich undeutlichen Aussprache verstehe ich allerdings nur Bruchstücke. Macht aber nix, denn als er fertig ist, fängt er von vorne an und erzählt mir, wie beeindruckend er das Flugzeug findet, und wie die Zukunft von Luftfahrt und der ganzen Welt aussehen wird. Danke für die Wiederholung, langsam hab ich alles verstanden. Trotzdem erzählt er mir das ganze nochmal. Und nochmal. Ich komme ja nicht mal zu Wort, um ihn abzuwimmeln… Und nochmal… Dann kommt ein Bekannter von ihm. Ich freue mich schon über die Erlösung, doch das Gespräch wird noch besser: Jetzt geht es um die Existenz von Gott und die unvorstellbare Größe des Universums. Oh je… DAS sind Diskussionen, die ich liebe. Über 24 Std. am Stück wach und dann auf Englisch mit betrunkenen Australiern die Existenz von Gott zu beweisen, herrlich. Was kann man sich besseres vorstellen. Zur Abwechslung höre ich nochmal eine Geschichte über die Zukunft der Luftfahrt und der Welt und dann nochmal eine über Gott und das Universum. Zwischendurch haben schon zweimal Stewards aus der 1. Klasse darum gebeten, dass die beiden bitte etwas leiser reden sollen, man könne das in der 1. Klasse (über uns) noch hören… Aber auch das bringt keine Erlösung. Erlösung bringt dann erst die Stewardess, die uns mitteilt, dass das Anschnall-Symbol aufgeleuchtet habe und wir bitte zu den Plätzen gehen sollen. Na endlich!! Bevor ich jedoch gehen kann, läd mich der Australier noch auf ein Bier auf der Farm seines Kumpels ein, die er sich demnächst mieten möchte. Er hat zwar vergessen zu erwähnen, wo das überhaupt ist, aber das ist auch nicht weiter schlimm 😉 Meine Uhr sagt mir, dass ich fast 2 Std. „gefangen“ war. Puuh… Außerdem geht es mir auch besser, aber ich will zum Platz und vielleicht mal ein Weilchen die Augen zumachen… Schaue mir noch eine Weile den unendlichen Ozean und die unendlichen Wolken an und döse kurz weg.

Als ich wieder aufwache, schaue ich auf die Uhr: Wie spät ist es? Wo bin ich? Warum ist es dunkel? Nachdem ich wieder klare Gedanken fasse, stelle ich fest, dass ich nicht einmal eine ganze Stunde gedöst habe. Hmm… Schade eigentlich. Trotzdem ist die Sonne schon wieder untergegangen, wir fliegen halt „in die Zukunft“ (wenn man die Zeitzonen mal so auslegt…). Nach europäischer Zeit wäre es nun 15 Uhr. Laut Display ist die lokale Zeit bei 20 Uhr. Außerdem sagt die Karte, dass das Wasser bis zur Westküste von Australien kein Ende mehr nehmen wird. Prost Mahlzeit… Noch knapp 7 Std. Langsam reichts, ich will einfach nur da sein. Hab in den letzten 6 Std. das Entertainment-System nicht mal angeschmissen, nicht mal Lust auf Filmgucken habe ich… Daher zeigt es mir nur dauerhaft Position, Restzeit, Flughöhe, Geschwindigkeit usw. an. Und was mach ich jetzt 7 Std.? Einzige Abwechslung sind gelegentliche kleine Schlenker/Wackler in der Luft die wir machen. Ist wohl windig hier oben auf 37.000ft (11.278m).

In über 10km Höhe kann man schon super die Erdkrümmung erkennen

Weiter geht es dann im Bericht der Anreise – Teil 3

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