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Anreise – Tag 3

Meine Uhr sagt 19.25 Uhr – also europäischer Zeit. Lokale Zeit müsste also irgendwas zwischen Mitternacht und frühem Morgen sein. Nur noch 1500 Meilen bis zum Ziel – juhuuu. Nicht mal mehr 2500km und nur noch gut 2,5 Std. Flughöhe inzwischen 39.000ft (11.887m) und dank Rückenwind fliegen wir mit 1111km/h über Australien.

Unterwegs fliegen wir zwar über Perth und Adelaide, in der Dunkelheit ist aber absolut nichts zu erkennen. Erst ganz kurz vor Sydney setzt die Morgendämmerung ein. Außerdem hat man nun „Incoming Passenger Cards“ verteilt und ein Infovideo dazu auf allen Entertainment-Systemen eingeblendet. Auf der Karte muss man einige Daten eintragen (z.B. wer man ist, was man macht, wo man in Australien wohnen wird) und was man importiert. Dabei wird nochmal darauf hingewiesen, dass Lebensmittel nicht einfach importiert werden können, und daher entweder im Flughafen vor der Einreise entsorgt werden müssen, oder UNBEDINGT auf der Karte deklariert werden müssen. Ich schätze, dann liegen die Lebensmittel erst einmal eine Weile in Quarantäne, bis man sie mitnehmen darf. Am besten ist also, alles zu entsorgen und überall „nein“ auf der Karte anzukreuzen. Interessant ist noch, dass auch Sportschuhe oder Sportequipment verboten sind – wenn Dreck dran ist. Also jedes bisschen Erde und Dreck abwaschen, bevor man versucht, Schuhe mit rein zu nehmen.

7 Uhr Ortszeit (also Freitag morgen – 22 Uhr Donnerstag europäischer Zeit): Es geht durch ein paar Wolken hindurch und dann setzen wir mit einem ordentlichen „rumms“ in Sydney auf. Achso? So landet man also? Vielleicht nächstes Mal nicht den Praktikanten fliegen/landen lassen 😉 Ist mir aber langsam alles egal. Hauptsache da…

Airbus A380 von innen – sieht zu 95% genau so aus wie in der Boeing vorher… Allerdings gibt es hier WLAN, in das man sich für ein paar Cent pro MB einwählen und damit das echte Internet nutzen könnte!

Es gibt auch Strom an Board – zwar nur 110V aber irgendeine Multi-Steckdose und viele heutige Netzteile schlucken ja auch 110V

Sydney taucht auf…

Nochmal Sydney. Interessante Form des Sees ^^

Video: Harte Landung in Sydney:

Immerhin darf man in Sydney auch direkt aussteigen und muss keinen Umweg über Busse nehmen wie in Dubai. Dann geht es vorbei an dem großen Mülleimer, der uns schon im Video gezeigt wurde – wer noch hat, kann hier seine letzten Reste an Lebensmitteln entsorgen. Sollte man auch tun, es stehen sonst wohl empfindlich hohe Strafen aus, wenn man Lebensmittel „einschmuggelt“! Übrigens müssen auch alle, die hier in Sydney umsteigen oder sogar mit dem gleichen Flieger weiter nach Auckland (Neuseeland) wollen, aussteigen, quasi einreisen, die Regeln wie das Lebensmittelverbot für ihr Gepäck befolgen, ihre Koffer abholen und dann wieder neu aufgeben, damit diese wieder in das gleiche Flugzeug geladen werden und sie sich wieder ins gleiche Flugzeug setzen können. Sinnvoll… Ich dachte immer, nur wir Deutschen hätten so bescheuerte Ideen 😀

Dann stehen ein paar Hundert Menschen an und wollen einreisen. An mehreren Stellen weinen Kinder. Kann ich nachvollziehen – wenn ich noch ein Kind wäre, würde ich nun auch weinen, so fertig bin ich… Schließlich bin ich seit 36 Std. auf den Beinen und hab nahezu überhaupt nicht geschlafen. Das Personal sorgt dafür, dass Frauen und Kinder an einen Extraschalter kommen und damit schneller durch sind. So richtig schnell geht das aber trotzdem nicht. Nach 1 Stunde ebbt der Anschwung aber ab und auch ich bin nun durch die Passkontrolle durch. Die Frau, die meinen Ausweis kontrolliert, fragt mich noch, was ich denn in Wollongong will – studieren? Ich sage ja. Sie sagt, dass Wollongong auch sonst ein ziemlich untypischer Ort zum „Abhängen“ sei… Aha? Danke – klingt so, als wolle da niemand hin 😀

Mein Koffer und mein Rucksack sind schnell aufgetrieben, mein Fahrer ist auch sehr schnell am Treffpunkt gefunden. Wir müssen allerdings noch auf ein paar andere warten. Interessant finde ich, dass niemand mein Handgepäck kontrolliert hat – hätte ich DOCH noch Lebensmittel dabei gehabt, hätte das nun niemand bemerkt…

9:00 Auf gehts zum letzten Abschnitt – mit dem Bus nach Wollongong. Es geht entlang einiger irgendwie alt aussehender Häuser – aber sie sehen nur alt, nicht heruntergekommen aus und haben einen ganz eigenen Flair. Sieht ein bisschen wie eine amerikanische Kleinstadt aus dem Film aus – dabei sind es Ausläufer einer australischen Großstadt… Weiter gehts, vorbei an einer Fläche aus Bäumen so weit das Auge reicht. Sieht beeindruckend schön aus! Der Fahrer sagt, dass das der Nationalpark hier sei. Mir fallen allerdings immer wieder die Augen zu, so gern ich auch mehr sehen würde. Dann geht es steil bergab, runter nach Wollongong. Dabei kann man durch die Bäume immer wieder einen Blick erhaschen, im Sonnenschein sieht es von hier echt traumhaft aus! Zuerst werden die anderen weggebracht und dabei auch eine Runde um die Uni gedreht, sieht auch schick aus!

Irgendwann nach 10 kommen wir dann am Hostel an. Dort erzählt man mir, dass das Einzelzimmer, das ich gebucht hatte, leider erst ab morgen frei sei. Ich habe nicht so ganz verstanden warum. Aber ich kann stattdessen in ein 4er Zimmer zum entsprechend günstigeren Preis. Ist mir alles langsam egal, Hauptsache ein Bett. Ich kann zwar schon meine Sachen hochbringen, muss aber noch darauf warten, dass geputzt wurde. Man gibt mir noch einen Stadtplan von Wollongong. Ich bringe also meine Sachen hoch, stelle fest, dass putzen auch dringend nötig ist und nutze die Wartezeit, um mal kurz in der Stadt ein paar Getränke und Nudeln einzukaufen. Puuuuh, teuer hier…

13 Uhr: Ich kann nicht mehr. Man hat mir zwar empfohlen, nach Möglichkeit bis zum Abend wach zu bleiben, dann fällt der Jetlag nicht so stark aus. Aber ich bin nun an die 40 Stunden wach, mehr ist einfach nicht mehr drin…

Das 4er-Zimmer im Hostel – naja, ist ein Bett, auf dem man schlafen kann, nicht weniger aber auch nicht mehr ^^

Zwischendurch kommen meine Zimmergenossen für eine Nacht rein, da wacht man natürlich auf und unterhält sich kurz. Aber irgendwann ist auch da Ruhe – und ich kann einfach nur schlaaaaafen…. Endlich da, endlich fertig gereist, endlich schlafen. Ich kann die Liebe zum Fliegen noch nicht so ganz teilen, besonders so einen Langstreckenflug muss ich so schnell nicht wieder haben…

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8 Responses to “Anreise – Tag 3”

  1. Anin sagt:

    Tobby! Und ich sagte noch: Penn im Flugzeug, dann hast du keine Probleme mit dem Jetlag 😉

    • tobby sagt:

      Jaaaaa…. Aber irgendwie konnte ich da nicht so wirklich pennen. Unbequem, laut, kleine Kinder am weinen und alles so aufregend 😀 Wäre aber vermutlich besser gewesen sonst…

  2. Nika sagt:

    Also eure Landung klang ja ein bisschen so als wär da was kaputt gegangen. Sehr schön finde ich den Satz:“An mehreren Stellen weinen Kinder. Kann ich nachvollziehen – wenn ich noch ein Kind wäre, würde ich nun auch weinen, so fertig bin ich… „. An das Gefühl kann ich mich auch nur zu gut erinnern… hoffe du hast dich mittlerweile etwas eingelebt.

    • tobby sagt:

      Ach was, wir sind einfach nur erfolgreich in Sydney „aufgeschlagen“! Runter kommt man immer 😉

      Ja ich denke, ein bisschen eingelebt habe ich mich 🙂 Versuche schon seit einiger Zeit, einen weiteren Eintrag hier zu verfassen, aber das megaschlechte Internet im Hostel bricht laufend ab und killt jeden Versuch schon im Ansatz. Aber mit ein bisschen Glück klappt es vielleicht gleich ja ^^

  3. vivi sagt:

    äääääh… so was isn nu hier los ich warte auf weiter info….. XD

    • tobby sagt:

      Haha… Ganz ruhig! 😉 Das Internet im Hostel ist leider fürn Ar***. In mehreren Etappen über die letzten Tage habe ich die Fotos hochgeladen, war aber verdammt schwer, weil das Internet dann immer abbricht. Selbst zu lange Texte werden dann nicht abgespeichert und irgendwo auf der Hälfte abgeschnitten. Hab jetzt aber alle Fotos hochgeladen, so dass ich in den nächsten Tagen mal von den ersten zwei Wochen berichten kann 🙂 Evtl. schaffe ich es gleich schon anzufangen 🙂

  4. tomstein sagt:

    Hi, Tobias
    nett zu lesen -ich weiß nicht, ob ich die Power gehabt hätte, die ganze Reise so detailliert zu beschreiben – Hut ab und vielen Dank für deinen Bericht!
    Hannover lässt grüssen ;.)

    LG
    Tom

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