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Woche 8 – Dolphin Watching Tour

Diese Woche ging es weiter mit der Sicherheitsanalyse, einer weiteren Besprechung, organisatorischem „Kram“ mit der Uni Hannover und mit einem speziellen „Engineering-Account“ mit Druckerrechten usw. Viel zu tun also, nix spannendes aber für die Allgemeinheit. Daher direkt mein Bericht von der „Dolphin Watching Tour“ am Wochende!

Samstag morgen. Die Nacht war verdammt stürmisch. Man hatte fast das Gefühl, das Haus würde bald abheben. Meine Tür hat die ganze Nacht durch den Wind geklappert, die Mülltonnen, die unterm Haus stehen, sind umgeweht und wer weiß, was sonst noch so alles durch die Gegend flog. Bin noch ziemlich müde. Die dauerhaft klappernde Zimmertür hat einem doch sehr den Schlaf geraubt, auch wenn ich nachts aufgestanden bin und sie eine Weile etwas ruhiger bekommen konnte, nachdem ich zwei Schuhe an sie gelehnt hatte. Die sind aber irgendwann umgefallen vom trotzdem vorhandenen leichten Wackeln/Klappern… Schlaftrunken stehe ich also auf, hole Toastbroat aus dem Gefrierfach und versuche es aufzutauen. Doch der Toaster streikt. Was ist denn nun los? Ich überlege, ob ich es in der Mikrowelle auftauen kann. Moment, keine Uhrzeit? Dann fällt es mir auf: Stromausfall. Ein Blick aufs Handy sagt, dass der Akku auch schon eine ganze Ecke entladen ist. Muss also schon einige Stunden der Fall sein… Mist. Also kein Brot. Ein Joghurt eingepackt, den fertig gepackten Rucksack geschnappt und ab zur Uni. Der Weg zur Uni ist gar nicht so leicht – verdammt ist das ein Sturm! Um viertel nach 9 ist Treffen an den Bushaltestellen der Uni. Eine viertel Stunde später geht es dann los in Richtung Süden. Die Strecke ist deutlich kürzer als nach Canberra, wird also eine entspannende Tour (nur 104km gegenüber 242km nach Canberra). Nach knapp einer Stunde halten wir in einer Kurve kurz vor Gerrigong an. Der Busfahrer fragte uns, ob wir überhaupt hier halten wollen bei dem Wind, doch wir sind eindeutig dafür. Zwar weht man auch hier fast weg, aber dafür kann man einen tollen Blick auf Gerrigong und die Umgebung werfen. Hier mal ein Panoramabild:

Panorama Gerrigong

Sehr bald geht es dann aber auch weiter. Beinahe hätten wir noch ein paar Leute vergessen, aber als der Bus schon losrollt, kommen sie doch noch angelaufen. Weiter geht es dann nach Berry. Berry ist ein kleines Dorf mit gerade einmal knapp 1.500 Einwohnern. Aber wohl doch bekannt in der Gegend für seine Innenstadt bzw. Altstadt.

Berry

Hotel in Berry

Auch wir entdecken bald etwas sehr besonderes hier. Eine Bäckerei. Klingt nicht besonders? Ist es aber! Wer in Australien nach dem kleinen Bäcker an der Ecke mit frischen Brötchen sucht, wird sehr schnell enttäuscht. Brötchen gibt es nur abgepackt, labberig, in Plastiktüten im Supermarkt. Ein Bäcker, der frisches Brot verkauft, ist hier Mangelware. Annika und Ann-Kristin wären vermutlich sofort jubelnd auf den Laden losgestürzt 😉 Frisches Brot, mit Kruste. Kein „Sofakissen“ 😉 Viele der Mitfahrer decken sich mit Stangen und Laiben aus Brot ein. Mir reicht ein frischer Käse-Schinken-Croissant – die Preise sind nicht gerade einladend und ich wollte irgendwie jetzt nicht ein mit Mehl bestäubtes Brot in meinen Rucksack stopfen und mit aufs Boot nehmen – mir reicht schon, darüber zu lachen, wie sich die anderen gerade die Rucksäcke einsauen…

Bäckerei

Während man dann noch einen Tee am Bus verzehrt, lerne ich ein paar Schweizer kennen. Ein paar andere fragen, was man denn dort für eine Sprache spricht und (nachdem sie erfahren, dass Schweizerdeutsch auch Deutsch ist) ob ich das verstehen würde. Ich muss erklären, dass es geht – aber nicht einfach ist 😀 Die Schweizer fassen das aber als Kompliment auf.

Dann geht es weiter Richtung Huskission. Hier wartet auch schon ein Boot auf uns. Ein paar Minuten Zeit zum Füße vertreten und Fotos schießen bleibt noch, dann legt das Boot ab.

Huskisson – Currambene Creek & Jervis Bay

Das Boot

Bilderrätsel: Wer ist das? 😉

Jervis Bay 1

Jervis Bay 2

Da die Delphine hier keine Zootiere sind, sondern freiwillig erscheinende Jagdtiere, müssen wir eine Weile suchen. Die Jervis Bay ist groß… Es dauert bestimmt eine Stunde, die wir ziemlich ziellos umher fahren und in der der Captain uns über Delphine informiert und mit dem Fernglas die Bucht absucht, um dann mal wieder die Richtung zu ändern. Dann endlich tauchen kurz ein paar Delphine auf. Wir fahren näher in die Richtung – aber die Delphine sind nun mal auf der Jagd und das unter Wasser, so dass es schwer ist, an sie heran zu kommen. Manchmal, erzählt der Captain, kommen sie auch bis ans Boot und schauen nach oben und sind neugierig. Dabei, erklärt er uns, legen sie sich auf den Rücken, weil sie nur nach unten schauen können. Wenn sie nach oben auf das Boot schauen wollen, müssen sie sich also auf den Rücken drehen. Doch heute wollen die Delphine nicht spielen. Unzählige Fotoversuche braucht man, bis man dann doch mal einen „erwischt“.

Delphine in der Ferne

Delphine 1

Delphin 2

Eine Weile „verfolgen“ wir sie, was aber gar nicht so einfach ist, da sie auch gelegentlich die Richtung wechseln. Außerdem weiß man ja nie, wo sie auftauchen. Fotografieren ist hier reichlich gut Glück und die mit Spiegelreflexkameras ausgestatteten Leute haben dank der geringeren Auslöseverzögerung (ich hab verdammt viele Fotos auf meiner Speicherkarte, in denen die Delphine schon wieder untergetaucht sind) und der höheren Auflösung (man kann mehr auf einmal fotografieren) eindeutig einen Vorteil. Daher auch Danke an „Stefanie“ für die folgenden Bilder 🙂

Delphine 3

Delphine 4

Delphine 5

Delphine 6

Delphine 7

Dann ist aber auch langsam die Zeit um und das Boot fährt zurück Richtung Huskisson. Ich quatsche so lange mit „Davoud“ und „Farhad“, zwei Studenten aus dem Iran. Ich scheine ein Händchen dafür zu haben, auf Iraner zu treffen – nach Mostafa auf der Green-Bus-Tour und Awais auf der Tour nach Canberra sind das die nächsten Iraner. Gegen kurz vor 3 Uhr sind wir zurück am Steg und wir machen noch ein Gruppenfoto.

Gruppenfoto Dolphin Watching Tour

Dann fährt der Bus dort wieder ab und wir machen uns auf den Rückweg nach Wollongong. Wir machen noch einen Zwischenstopp an der „Treat Factory„, einer Süßigkeitenfabrik in Berry.

The Treat Factory 1

The Treat Factory 2 – Davoud und Farhad

The Treat Factory 3

The Treat Factory 4

Gegen 17:15 Uhr kommen wir zurück an der Uni an. War eine tolle Tour!! Aber auch wenn die Sonne schien, war es durch den Wind verdammt kalt, ich war froh, eine winddichte Jacke und Vliesjacke dabei gehabt zu haben.

Zu Hause kommt dann der spannende Moment: Hey! Wir haben wieder Strom! Unterwegs im Bus hatte ich schon gehört, dass davon mehrere betroffen waren und dass das wohl durch den Sturm kam… Laut der Uhr an der Mikrowelle muss der Strom wiedergekommen sein, als ich gerade das Haus verließ.

Abends gehe ich dann früh ins Bett – denn am frühen Morgen ist aufstehen angesagt.

Um 4:45 Uhr morgens klingelt mein Wecker am Sonntag. Ich versuche den Livestream vom Eurovisison Song Contest anzuschauen. Doch die ARD bietet keinen Live-Stream, der Onlinedienst „Zattoo“ meldet mir, dass der Dienst in meinem Land nicht verfügbar sei und der Stream vom ESC selbst braucht irgendeine dubiose Tauschbörsensoftware zum Funktionieren und bietet eine miserable Qualität und keine Kommentatoren. Dank eines „Privatstreams“ von einem Kommilitonen, der schnell für mich eingerichtet wird, komme ich dann aber doch auf meine Kosten und kann den Eurovision Song Contest schauen. Gratulation an Loreen aus Schweden zu ihrem Sieg! Mein Favorit war das allerdings nicht. Wie immer ist die Qualität der Beiträge doch arg durchwachsen – und dafür bin ich aufgestanden? 😉

Naja, den Rest des Sonntags unternehme ich dann nicht mehr viel, ich bin noch ziemlich müde, zwei viel zu kurze Nächte. Und so gehe ich früh schlafen… Das war Woche 8…

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6 Responses to “Woche 8 – Dolphin Watching Tour”

  1. Nika sagt:

    Scheiß aufs Brot, ich will in die Treat Factory. 😀

  2. wolfi sagt:

    Servus Tobias,

    heute bin ich endlich mal zum lesen gekommen. (War heute wieder in Erlangen, wo mein Soundprozessor (Ohr) immer wieder neu eingestellt wird. Das passiert einmal im Monat. Nach Bamberg zu einer Logopädin muß ich einmal in der Woche. Aber genug von mir.

    Renate liest auch immer wieder deine Berichte und ist genauso begeistert wie ich. Wir wären am liebsten auf der Bootsfahrt dabei gewesen und hätten gerne die Delphine gesehen. Dafür sehen wir ab und zu Rehe und Eichelhäher. Du schreibst immer so toll, spannend und mit vielen Informationen gespickt. Natürlich dazu die wunderbaren Bilder. Ich wünsche dir weiterhin solche beeindruckende Erlebnisse….und zwischndurch auch mal nicht das arbeiten vergessen. Sei lieb gegrüßt
    Wolfgang

  3. Anin sagt:

    ich schließe mich Nika komplett an: Ich will in die Treat factory 😀 😀 obwohl du recht hast, wir hätten den Laden gestürmt 😀 😀 Zu dem Thema Bäcker und richtiges Brot: In Sydney im „Queen Victoria buliding“ beispielsweise gibt es die super german bakery „Lüneburger“. Auch super Brot mit richtiger Kruste (nur teurer als das Sofakissen) 😉

    Zu dem Bilderrätsel: Wer ist das denn?? 😀 😀 😀

    weiterhin viel Spaß 😀

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