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Woche 5 – Canberra

So, ich hänge ja immer noch etwas zurück mit den Berichten. Hier also der nächste – die 5. ganze Woche mit meinem Besuch in Canberra 🙂

Ich muss mal schauen, ob ich in Zukunft weiterhin wirklich genau jede Woche einen Bericht verfasse. Mein Projekt wird langsam für externe Personen unspannend, für mich umso spannender 😉 Daher denke ich, ich werde in Zukunft nur noch kurz über die Uni berichten und sonst immer dann Einträge verfassen bzw. nur über die Tage was schreiben, wenn es was Interessantes gab.

Montag: Abends kam noch einmal ein Mädchen vorbei, um sich das Haus anzuschauen. Ich dachte Steve wollte einziehen? Offensichtlich wohl doch nicht. Mir solls egal sein… Sie studiert und scheint auch ganz nett…

Dienstag: Grant sagt, die Party am Wochenende fällt aus. 🙁 Schade. Aber es gibt Alternativen – die Uni bietet (speziell auch für internationale Studenten) eine Fahrt nach Canberra an! Das klingt doch noch viel besser! Es soll von den Verbindungen her sonst gar nicht so einfach sein, dort hinzukommen – also warum nicht die Hauptstadt Australiens besichtigen fahren! Der Preis ist wie immer kein Schnäppchen, für australische Verhältnisse aber wohl mehr als fair – ich glaube, die Tour gibt es zum Selbstkostenpreis. Ca. 3,5 Stunden Fahrt hin, ca. 3,5 Stunden Fahrt zurück sind es laut meinen Plan aber – uff.. Und morgens um kurz nach 7 geht es los. Mitten in der Nacht! 😉 Mit Stop in Goulburn (Wo ist das? Ich muss wohl nochmal auf der Karte schauen) geht es zum „National Capital Exhibition Center“ und später zum „Australian War Memorial“. Nachmittags soll das „Parliament House“ besucht werden. Ich bin gespannt – und freue mich schon sehr 🙂

Donnerstag treffe ich mich nochmal kurz mit Nathan und wir besprechen wieder grob, wie die nächsten Schritte aussehen. Es kommt voran 🙂

Freitag: Eine E-Mail kommt – wir bekommen endlich Internet 🙂 Ich habe ja schon darüber berichtet!

Samstag: Heute steht Canberra auf dem Plan! „Mitten in der Nacht“ (um 6 Uhr) klingelt mein Wecker. Duschen, Frühstücken, Proviant vorbereiten, Rucksack packen und dann um kurz nach 7 auf zur Bushaltestelle an der Uni. Eine Weile später kommt auch der Bus und um halb 8 fahren wir dann los Richtung Canberra. Der Bus ist randvoll. Ich sitze neben „Awais“. Er kommt aus dem Iran und ist sehr nett, es macht Spaß sich mit ihm zu unterhalten 🙂 Außerdem sind noch eine ganze Menge deutsche Studenten im Bus. Ist fast ein bisschen wie eine Deutsch/Englische Runde. Irgendwie auch schön, mal wieder ein wenig Deutsch zu hören. Gegen kurz vor halb 10 kommen wir dann in Goulburn an. Ich musste erstmal auf der Karte schauen, wo das ist – naja, mitten zwischen Wollongong und Canberra kann man vereinfacht sagen 😉 Hier kann man eine Weile auf dem dortigen Wochenmarkt verbringen und am Bus einen schwarzen Tee oder Kaffe trinken sowie einen Keks knabbern. Spannend ist das hier jetzt aber nicht wirklich, warum auch immer wir hier gleich eine 3/4 Stunde Pause machen…
Um viertel nach 10 geht es dann weiter und gegen viertel nach 11 kommen wir am „National Capital Exhibition Centre“ an. Hier kann man viel über die Entstehung bzw. den Zusammenschluss von Australien und die Entstehung der Hauptstadt  erfahren. Spannend – ich wusste gar nicht, dass Canberra eine „Planstadt“ ist, also auf dem Papier entworfen und dann gebaut wurde! Vorweg hat man uns schon einen kleinen Film gezeigt, dann ein wenig bei einem Rundgang in der Ausstellung erzählt und eine kleine computerunterstützte Show will man uns auch noch zeigen, aber leider spinnen die Computer. Ist auch nicht so schlimm, wir haben hier nur eine Stunde Zeit – die ist schon ziemlich bald rum, einen genaueren Blick in die Ausstellung kann man gar nicht mehr bekommen. So geht es dann auch (viel zu früh) um 12:15 Uhr weiter. Neben dem Bus protestieren Chinesen gegen Kommunismus in China. Aha? Sicher, dass das der richtige Ort für eine Demo mit 5 Personen ist? Ich glaube nicht, dass man hier an diesem Ort mit 5 Personen den Kommunismus in China beeinflussen kann… Vielleicht hab ich den Hauptpunkt aber ja auch nur nicht verstanden?
Um 12:30 Uhr kommen wir dann am „Australian War Memorial“ an. Was man mir vorher erzählt hat, klang so, als sei das eine Gedenkstätte mit Ausstellung zum zweiten Weltkrieg. Naja, das ist „leicht“ untertrieben! Am Eingang stehen wir etwas planlos herum und ein Mitarbeiter fragt uns, wie er uns helfen könne. Wir fragen ihn, wie es am sinnvollsten ist, diese Ausstellung zu besichtigen. Er sagt, links halten und dann gegen den Uhrzeigersinn, dann käme man chronologisch durch die Ereignisse. Ich frage noch, wie viel Zeit man einplanen müsse. Er sagt: 3 Tage. Ah ja. 3 Tage. Ich glaube, das wird mit der Abfahrtzeit vom Bus „eeetwas“ knapp! 😀 Gut zwei Stunden Zeit sind nämlich nur. Der erste Ausstellungsteil beginnt mit dem ersten Weltkrieg. Viel über Geschichte, viele Ausstellungsstücke, Bilder und nachgestellte Szenen. Sehr interessant. Ich teile mir meine Zeit etwas ein und verbringe eine knappe Stunde in diesem Bereich, dann müsste ja noch eine weitere Stunde für den zweiten Weltkrieg Zeit sein. Als ich in die Räume und Hallen zum Thema „2. Weltkrieg“ komme, stelle ich fest, dass hier noch weitaus mehr gezeigt wird und danach noch weitere Themen folgen. Hier sind erst einmal weitere „Unmengen“ an Ausstellungsstücken, Texten, Bildern, Videos, … Ich beeile mich. Unterwegs gibt es einen „Simulator“, in dem man als Passagier mitfliegen kann auf einen Kriegseinsatz. Mir kommt das eher wie ein Erdbebensimulator vor… Nach ca. einer 3/4 Stunde hab ich auch den Bereich zum zweiten Weltkrieg zum großen Teil durchlaufen und nur einen winzigen Bruchteil wirklich intensiv verfolgen können. Danach kommen weitere Hallen. Hallen mit Flugzeugen und U-Booten, Räume mit Infos über berühmte Persönlichkeiten, eine weitere Halle mit allen Konflikten und Kriegen in der Zeit seit dem 2. Weltkrieg. Aaaah… Wo ist die Zeit hin? Fast im Dauerlauf lasse ich noch weitere Eindrücke auf mich wirken und mache ein paar Fotos. Die Infos und Geschichten lassen sich natürlich schwer in Bildern festhalten, aber die vielen Exponate. Viiiel zu viel zu sehen hier. Jetzt verstehe ich, was der Mann am Eingang meinte. Ich glaube, wenn man hier wirklich alles sehen möchte, kommt man auch mit 3 Tagen nicht hin, dann muss man eher 5-7 Tage einplanen. Und wir haben gerade einmal zwei Stunden Zeit! Kurz vor Ende der Zeit sprinte ich dann zurück zum Bus. Hier war viel zu wenig Zeit…
Und dann geht es auch schon weiter zum Parliament House. Im Bus gibt es eine Diskussion über Funktionskleidung und Regenjacken. Einer der nicht-deutschen meint dann, dass es irgendwie lustig sei – wir Deutschsprachigen diskutieren auf Englisch, andere Leute würden sich dann immer direkt in ihrer eigenen Landessprache unterhalten. Wir erklären ihm, dass es aber ja unhöflich wäre. Man würde alle anderen direkt aus der Diskussion ausschließen und auch momentan reden nicht nur deutschsprachige. 🙂 Man kann da wieder den einen aus dem Hostel zitieren: „Wir sind ja nicht hier, um Deutsche zu treffen – das können wir auch gut zu Hause“ 😉
Am Parliament House angekommen suche ich noch schnell einen Geocache ganz in der Nähe bzw. fast direkt vor dem Parliament House und verewige mich mit einer Art „Ich war hier“ in dessen Logbuch. Wenige Minuten später reihe ich mich dann wieder in die Schlange unserer Gruppe ein, die auf den Eintritt wartet. Nach einer Kontrolle wie am Flughafen (Rucksack röntgen, Metalldetektor, alle Taschen leeren und Gürtel ablegen, …) werden wir nach und nach herein gelassen. Hier haben wir knapp 1,5 Stunden Zeit. Man kann Einblicke in „die große Halle“ werfen, in den Raum wo der Senat tagt, in den Raum, wo die Repräsentanten tagen, Gemälde begutachten (alle ehemaligen Präsidenten sind mit einem Gemälde verewigt) und außerdem auf das Dach gehen, von wo aus man einen kleinen Blick auf Canberra von oben werfen kann. Und dann sind auch diese 1,5 Stunden schon wieder rum – hier war die Zeit aber wenigstens mal ausreichend und nicht so ein Gehaste wie bei den vorherigen Stationen. Insgesamt war das aber mehr ein Programm für 1-2 Wochen und nicht für einen bzw. einen halben Tag.
Um 16.30 Uhr  fährt unser Bus dann am Parliament House wieder ab, es geht schon zurück Richtung Wollongong. So ein Tag in Canberra ist viel zu kurz! Auf der Rückfahrt bekommen wir den Film „Nachts im Museum 2“ über die Fernseher im Bus zu sehen. Und gegen viertel vor 8 am Abend sind wir dann zurück an der Uni in Wollongong. Eigentlich schade – der Tag ist doch noch „jung“, man hätte durchaus noch 2-4 Stunden mehr Zeit in Canberra verbringen können. Die Rückkehrzeit wäre dann immer noch ok und der Tag etwas weniger stressig gewesen! Aber alles in allem eine tolle Tour. Macht fast Lust auf mehr 😉 Und hier die Bildergalerie:

Sonntag: Den Sonntag lasse ich wieder ruhiger angehen. Waschmaschine anschmeißen, sauber machen und was sonst noch so anliegt. Nichts spannendes zu berichten also 🙂

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7 Responses to “Woche 5 – Canberra”

  1. Wolfi sagt:

    Wow….Tobias…deine Berichte werden ja immer spannender und immer toller zu lesen. Auch die bilder…super toll. Freue mich schon auf weitere interessante Nachrichten von Dir. Schicke dir einen lieben Gruß hinüber nach Australien (auch von Renate) Mit welcher Kamera machst du so herrliche Bilder? Oder sind die vom Handy?
    Wolfi

    • tobby sagt:

      Hi Wolfi
      Da ist eine „Panasonic Lumix DMC-LZ3“. Eine einfache Kompaktkamera, die heute bestimmt nicht mehr viel wert ist. Klaut keiner! 😉 War beim Kauf jetzt nichts ganz besonderes und ist von Spiegelreflexkameras um Welten entfernt, aber es war schon was sehr vernünftiges. Mit ihren 6 Jahren gehört sie in unserer schnelllebigen Zeit eigentlich schon eher zur Steinzeit 😉 Mit 5 Megapixeln war sie damals stark, heute kann sie nicht mehr mithalten. Man sieht aber, dass der Megapixel-Wahn nicht unbedingt bessere Fotos hervorbringt und neu nicht unbedingt besser ist. Außerdem hilft einem die beste Kamera nichts, wenn man nicht richtig damit umgehen kann bzw. damit vertraut ist. Bei dieser Kamera kenne ich inzwischen die Stärken und Schwächen und kann mich darauf einstellen. Gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen sind gute Fotos sehr schwer, der Sensor ist nicht sehr lichtempfindlich und der Blitz hat eine kurze Reichweite. Da muss man lange Belichtungszeiten nehmen und ohne Stativ sehr viele Fotos machen, bis ein brauchbares herauskommt – dank einem optischen Bildstabilisator schafft man es aber mit ein paar „Tricks“ doch meist, am Ende ein paar Schnappschüsse zu bekommen, so lange man nicht stark vergrößert. Diese Bilderreihe (gut 60 Fotos) waren im Original weit über 300 Fotos bzw. eher gesagt gut 300 Versuche. Aber das gehört eben zu guten Fotos dazu 🙂 Am Ende sucht man sich dann die besten raus und wie man sieht, kann man sich da nicht beschweren! Ewig wird mich dieser Fotoapparat wohl nicht mehr begleiten – aber momentan kann ich mich wirklich auch nicht beschweren und vernünftige Kameras heute kosten immer noch mindestens genau so viel wie damals. Außerdem sehe ich manchmal bei heutigen Kameras deutlich schlechtere Bildqualität. Vielleicht liegt dass aber ja auch an den Bedienern 😉

  2. Nika sagt:

    Ich überleg grad wie lange wir in Canberra waren…2 oder 3 Tage glaub ich nur, weil uns gesagt wurde da gibts nichts. Wir fanden die Zeit schon zu kurz und haben uns nicht mal das angeguckt, was du dir angeguckt hast.

    Der Grund für die 45 Minuten Pause auf der Fahrt: Die haben genauso Lenk- und Ruhezeiten wie hier in Deustchland (Zitat von unserem guten Freund Johnny (Truck driver): „Oh, the good old times when you could just do 48 hours straight and live on Red Bull“).

    Und das war du so schön als Skorpion bezeichnet hast ist ein Yabby, seines Zeichens auf Deutsch auch „Garnele“ genannt. 😉
    Tut mir Leid, Klugscheißermodus wird jetzt ausgeschaltet.

    Die haben ja auch Humor mit ihren Flugzeugen, oder? Polly, „ugh“. Sehr schön.

    • tobby sagt:

      😀 Vielleicht sind die Pflichtpausen dann nur gut 😉 Allerdings haben wir die Pause nur auf dem Hinweg gemacht, auf dem Rückweg sind wir durchgefahren…

      Danke für den Hinweis, werd‘ das gleich mal korrigieren! 🙂 Wiki sagt, Yabby ist auf Deutsch ein Flusskrebs, das Bild scheint auch zu passen… Garnelen waren noch was anderes 😉

      • Nika sagt:

        Ich wette vom Geschmack her tun die sich nicht viel. 😉

        • Anin sagt:

          Nu stellen Sie sich nicht so an: 3,5 hr sind jetzt aber nicht allzu viel… selbst die insgesamt 7 hr sind gut aushaltbar 😀 😀 wenn ich da so an unsere (wenigen) Busfahrten denke :D: D

          „Nachts im Museum 2“? Du glücklicher… wir hatten in den Bussen ständig diesen „Viecher- Einsammler- this is not a dangerous animal- Irwin“

          Stimmt das ist kein Skorpion… die sehn irgendwie n Tick anders aus (jedenfalls der, den Johnny mir in den Nacken gesetzt hatte => als „Mutprobe“) 😀 😀 Die spinnen die Aussies :D: D

          ICh wünsche dir noch viel Spaß!

          @ Nika jup… das waren glaub ich 3 Tage 😉

          • tobby sagt:

            Ja das stimmt schon, 7 Std. sind aushaltbar. Ich hab ja auch 12-16 Stunden Busfahrt bei der Skifahrt am Gymnasium überlebt und die 24 Std. im Flieger auch – es ist halt nur schade, wenn man mehr Zeit im Bus verbringt als an dem Ort, den man besichtigen will 😉 Sonst ist das kein Problem.

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