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Woche 11 & 12 – Blue Mountains & Jenolan Caves

Über die 11. und 12. Woche gibt es wieder wenig Spannendes für euch aus der Uni zu berichten. Ich habe ein  Gestell am PC in CAD konstruiert und mit Nathan zusammen gebaut, damit wir die Roboterplattfom noch flexibler bewegen können, in dem wir alle nötigen Zusatzelektroniken für die Plattform und den Roboter mit auf der Plattform selbst anbringen. Weiter auf dem Weg zum Ziel „möglichst flexible Materialbearbeitung“ halt…

Dann bekomme ich eine Benachrichtigung zu dem Geocache, in dem ich meinen Geocoin versteckt habe. Es war jemand nach mir da – und konnte das Ding nicht mehr finden. Huch? Vorher waren ein paar Hundert Leute dort und haben ihn immer gefunden! Der wird doch wohl nicht weg sein? Etwas später kommt die nächste Benachrichtigung. Derjenige, der den Cache versteckt hat („Owner“) hat nachgesehen. Der Cache ist verschwunden/gestohlen, das Versteck ist leer und die tarnenden Äste liegen weit verstreut. Oh nein 🙁 Dass ein Geocoin auf einer Reise verschwindet oder ein Cache gestohlen („gemuggelt“) wird, kann immer mal passieren. Aber dass mein Geocoin gleich an der allerersten Station verschollen geht, das ist sehr deprimierend. Mein schönes Geburtstagsgeschenk… 🙁 🙁 🙁 Ich habe ja noch die Hoffnung, dass er wieder auftaucht, aber das ist wohl sehr sehr unwahrscheinlich… So ist seine Reise nach Deutschland schon beendet, ich kann über Internet also nicht mehr weiter verfolgen, wo er abbleibt. 🙁

Am Samstag der 12. Woche findet dann aber die nächste Bustour statt. Es geht zu den „Jenolan Caves„, die ältesten offenen Kalkstein-Höhlenkomplexe der Welt (ca. 340 Millionen Jahre alt).

Nach dem Kauf des Tickets erhielt ich den Ablaufplan und hatte mich schon ziemlich erschrocken. 5 Std. Fahrt, 2 Std. in der Höhle, 5 Std. Fahrt zurück. So viel zum Thema „maximal 3 Stunden von der Uni entfernt“, wie es mal über diese Tagestouren hieß… So geht es am Samstag dann also wieder im Morgengrauen los. Ein paar Joghurts und andere Kleinigkeiten eingepackt und ab zum Bus. Wir fahren mit ca. 30 Minuten Verspätung ab – es fehlte noch jemand. Im Normalfall hätte derjenige die Tour halt verpasst, wenn er zu spät kommt. Nur: Die fehlende Person war die Tourenleiterin… 😀 Naja, dann geht es via Sydney in die „Blue Mountains„. Hier machen wir eine erste kurze Pause, in Katoomba (der „Hauptstadt“ der Blue Mountains) genießen wir dann den Ausblick auf das Tal und die „Three Sisters„, das Wahrzeichen der Blue Mountains. Ein toller Ausblick! Aber es ist verdammt frisch hier, laut Thermometer 4 Grad, aber ich bin der Meinung, dass unter dem Geländer kleine Eiskristalle hängen. Gut, dass ich meine Winterjacke angezogen habe, aber die Handschuhe vermisse ich gerade, die habe ich zu Hause gelassen… Übrigens sind die beiden Iraner „Davoud“ und „Farhad“ auch wieder dabei. Ich kann wohl keine Tour hier ohne iranische Begleitung unternehmen 😉 Green Bus Tour, Canberra, Dolphin Watching Tour, Vivid Sydney und jetzt hier auf der Tour zu den Jenolan Caves, immer treffe ich wieder auf die Iraner.

Sydneybecken

Panoramabild – Achtung, groß, kann etwas dauern beim Laden:

Three Sisters Panorama

Blue Mountains (Katoomba) – Three Sisters

Blue Mountains (Katoomba) – ich friere am Geländer fest

Blue Mountains (Katoomba) – Informationstafel

 

Dann geht es weiter und die Straßen werden kurvig, sehr kurvig. Eine zu kurze Nacht in Kombination mit einer Busfahrt über Stunden durch immer enger werdende Serpentinen – das gefällt mir gar nicht gut, mir wird etwas übel… Und die Straßen werden kleiner und kleiner. Irgendwann sind wir dann auf einer einspurigen Gebirgsstraße, die zum Glück um diese Uhrzeit als Einbahnstraße deklariert ist. Ich will auch gar nicht wissen, wie das funktionieren sollte, wenn uns jemand entgegen kommen würde. Besonders mit unserem großen Bus. Dann sind wir endlich da. Wie eine Art große „Eingangshöhle“ empfangen uns die Jenolan Caves auch. Aber da können wir doch unmöglich mit dem Bus durchfahren??? Oh doch, er probierts. Muss wohl. Etwas Nervösität breitet sich im Bus aus und auch wenn dieses Tunnelstück nur ca. 50-100m lang ist, ist es doch eine Art S-Kurve mit fiesen Felsvorsprüngen und so brauchen wir nochmal fast eine viertel Stunde, in denen wir uns Zentimeter um Zentimeter vorwärts bewegen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie gut Busfahrer fahren können. Dann ist noch kurz Zeit, etwas zu essen und die frische Luft tut gut, die Übelkeit verfliegt. Wie ich mich schon auf den Rückweg „freue“… Am Restaurant sitzt ein Papagei und schnappt sich heruntergefallene Pommes.

Jenolan Caves – Papagei & Pommes

Wir finden es verdammt frisch, es herrschen nur noch 2°C. Der Winter lässt sich nun nicht mehr leugnen hier auf der Südhalbkugel 😉 Dann beginnt unsere Höhlenführung. Schon gleich zu Anfang sind die Höhlen echt beeindruckend. Ich belächele zunächst noch einen asiatisch aussehenden Studenten aus unserer Gruppe, der versucht, mit dem Handy Fotos in diesem Halbdunkel der Höhlen zu machen. Das kann bei den Lichtverhältnissen nichts werden! Doch während ich noch den Asiaten belächele, packt der Rest ausnahmslos Systemkameras und Spiegelreflexkameras aus. Prolls! Ja klar kann man damit super Bilder machen, aber das geht mit meiner Kompaktkamera auch, denke ich mir und schieße die ersten Bilder. Hmm, verwackelt. Hmm verwaschen. Hmm, ekelhaftes Bildrauschen. Hmm zu dunkel. Hmm zwar hell genug aber zu nah dran, man erkennt nichts. Aaaahh… Ich schieße fast 200 Bilder. Aber kaum ein einziges wird etwas. JETZT weiß ich auch, warum ich hier der einzige (!) (abgesehen von dem Handy-Knipser) bin, der sein Glück mit einer Kompaktkamera probiert – weil es quasi nicht funktioniert. Das ist etwas deprimierend, die Eindrücke sind gewaltig, die Höhlenkomplexe riesig, aber selbst im einigermaßen ausgeleuchteten Zustand kann ich die Eindrücke nicht festhalten. Schade 🙁 Nur ein paar Bilder sind was geworden – die von sehr nach am Weg liegenden kleineren Felsformationen. Felsen, die aussehen wie ganze Hochzeitsgesellschaften aus Figuren mit Brautpaar und Trauzeugen oder eine Formation wie eine Kirche lassen sich leider nicht festhalten, die große „Kathedrale“ auch nicht.

Jenolan Caves – Eingangshalle (und Busdurchfahrt)

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Quallenformation

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Leiter

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Leiter und Tourenleiter

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Kristalle

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Felsformationen 1

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Felsformationen 2

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Broken Column

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Felsformationen 3

Jenolan Caves (Lucas Cave) – Felsformationen 4

Nach vielen Gängen und Höhlen sind wir auch schon viel zu schnell am Ende des „Lucas Cave„. Das ist nur ein Höhlenkomplex von vielen dort. Man kann wohl auch hier Tage verbringen, wenn man alles sehen will. Nach der Tour müssen wir dann auch schon ziemlich bald zurück zum Bus. Schließlich sind nochmal wieder 5 Std. Fahrt zu absolvieren – ich freue mich schon auf die Serpentinen.

Jenolan Caves – anderer Höhlenein/ausgang

Mit Erschrecken stelle ich fest, dass die Straße nun keine Einbahnstraße mehr ist. Wie soll denn das funktionieren? Wir kämpfen uns also wieder Zentimeter um Zentimeter durch den kleinen Tunnel und dann die Bergstraße entlang. Immer wieder kommen uns Autos entgegen und in wirklich waghalsigen Manövern rangieren wir hin und her, bis es passt. Abenteuerlich! Nach einer halben Stunde sind die ersten 8km geschafft, ab da wird es wieder zweispurig. Puh! Ich habe mir hinten eine freie Reihe gesucht und probiere, etwas von dem Schlaf, der mir in der Nacht verwehrt blieb, nachzuholen. Aber bei dem Gekurve geht das nicht wirklich. Nach 3 Std. sind wir wieder in Katoomba, fahren noch ein Stück weiter nach Blackheath und machen an einem anderen Aussichtspunkt („Govett’s Leap Lookout“) Pause. Auch hier ist die Sicht beeindruckend, die untergehende Sonne sorgt zwar für etwas schlechtere Sicht, aber für eine tolle Stimmung. Die meisten sind aber gleich im Bus geblieben und probieren weiter zu schlafen, außerdem ist es immer noch 2 Grad „warm“ draußen. Nach ein paar Fotos steige ich auch wieder ein und dann ist auch bald die Ruhezeit des Busfahrerers um und es geht weiter.

Blue Mountains (Blackheath) – Govett’s Leap

Blue Mountains (Blackheath) – ich am Govett’s Leap Lookout

Blue Mountains (Blackheath) – Govett’s Leap Lookout

Blue Mountains (Blackheath) – Govett’s Leap Lookout Infotafel

Noch ein Panoramabild. Achtung, „Pixelmonster“, kann wieder etwas dauern bis es lädt:

Blue Mountains (Blackheath) – Panorama am Govett’s Leap Lookout

Das ist übrigens ein Suchbild. Habt ihr den Papageien entdeckt, den ich zufällig dabei fotografiert habe?

Papagei – wer hat ihn im Panorama entdeckt?

Was ist denn das für ein Baum?

Nun kann ich auch endlich schlafen im Bus, ab hier sind die Straßen besser. Dachte ich zumindest doch dann reißt der Fahrer das Radio auf volle Lautstärke auf. Klasse, hätte er von mir aus die ganze Fahrt über machen können. Morgens oder den Rückweg über bis hier, aber wenn man gerade schlafen will und kann, dann gibs Musik… Also doch nicht schlafen. Unterhalte mich dann mit einem Studenten aus den USA, der demnächst wieder den Heimweg in die Staaten antritt und dann sind wir am späten Abend auch (endlich) wieder in Wollongong. Hat sich zwar wirklich gelohnt, aber als Tagestour kann man das nicht unbedingt empfehlen…

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One Response to “Woche 11 & 12 – Blue Mountains & Jenolan Caves”

  1. Wolfi sagt:

    Servus Tobias,

    ist der Wahnsinn, was du trotz Uni-Stress erleben kannst. Wieder ein sehr emotionaler und toller Bericht, mit super Informationen. Auch wieder herrliche und wunderbare Bilder. Renate hat auch alles noch angeschaut und gelesen, nach 15 Std. Arbeitszeit auf Burg Rabenstein. (Mittelaltermarkt) Sie ist genau so begeistert wie ich. Dir weiterhin viel Spaß da drüben……
    Liebe Grüße Wolfgang.
    (Renate schläft schon lange…..)

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