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Woche 16

Woche 16 fängt da an, wo die letzte aufgehört hat. Mit viel Sch***. Nichts geht… Montag komme ich zunächst nicht ins Labor, weil komischerweise alle Türen zu sind, als ich dann endlich mit Nathans Hilfe drin bin (aber erst gegen Mittag, weil ich ihn vormittags nicht erreichen konnte), will aber immer noch nichts am Roboter. Es will einfach nicht. Grässlich… Das macht keinen Spaß!

Dienstag ist dann aber das Gegenteil. Nathan und ich finden heraus, dass wir nicht nur das „Machining“ Pack auf dem Roboter haben, sondern auch das „Assembly“, mit dem ein ganzer Stapel an Befehlen dazukommt, die ich nutzen kann. Nach dem Wälzen der Handbücher programmiere ich mit den neuen Befehlen drauf los. Und am Ende des Tages habe ich mehr geschafft, als sonst in 2 Wochen. Hervorragend! Plötzlich klappt es wie am Schnürchen. Es besteht nicht nur wieder Hoffnung, es sieht sogar sehr sehr gut aus 🙂 Das funktioniert verdammt gut! Höhen und Tiefen…

Die Woche geht dann so weiter – mit verdammt großem und verdammt schnellem Fortschritt. Ich hatte schon Angst, dass es am Wochenende dann losgeht nach Cairns und ich kann nicht abschalten, weil ich so große Probleme mit dem Projekt habe – aber zum Glück geht alles super gerade. Diese Woche ist außerdem übrigens Orientierungswoche. Die neuen Erstsemester fangen an 🙂 Montag war Einschreibung, Dienstag geht es dann mit einem großen „O-Day-Festival“ weiter. Dabei stellen sich verschiedene Gruppierungen an der Uni vor, einige lokale Firmen machen Werbung und aus dem Symbio Wildlife Park ist ein Koala da.

O-Day-Festival – Koala

Aber in der Woche ist nicht nur die Begrüßung der neuen Studenten dran – auch die Verabschiedung bzw. die Feierlichkeiten der Studenten, die ihren Abschluss geschafft haben. Ich wusste gar nicht, dass man das hier genau so macht wie z.B. in den USA. Also mit Umhängen in Einheitsgröße und Hüten auf dem Kopf. Die ganze Woche über laufen also immer Studenten in blauen Umhängen über das Unigelände, zusammen mit meist schick angezogenen Verwandten – zwischen den normalen Studenten und sonstigen Besuchern sieht das irgendwie interessant aus.

Graduation 1

Graduation 2

Mittwoch Abend kommt Chrissy dann aus Sydney zurück und wir wollen Nudeln kochen. Wir entscheiden uns, die Soße mit „verstecktem Gemüse“ („hidden veg“) zu nehmen. Warum auch immer man das Gemüse verstecken muss 😀 Auf jeden Fall hat man Spinat und Karotten drin versteckt.

Soße mit verstecktem Gemüse

Freitag macht Christina sich dann direkt wieder auf den Weg nach Sydney. Dort sind eine Kollegin von ihr und deren Mann inzwischen eingetroffen. Ich bleib natürlich in Wollongong. Abends packe ich Koffer für Cairns. Christina hat mir die Sachen hingelegt, die ich für sie mitnehmen soll und mir noch ein paar Sachen genannt, die noch an der Leine hängen. Dann kommt das große Problem: Maximal 15kg für einen Koffer für zwei Personen dürfen wir mitnehmen. Gepäck kostet nämlich extra, daher haben wir so günstig wie möglich genommen. Aber das ist erstens knapp und zweitens weiß ich nicht, wie ich das Gewicht schätzen soll. Dazu darf ich wiederum aber nochmal 10kg Handgepäck. Hmm… Ich packe hin und her, schätze, probiere, ach das wird doch alles nichts. Also schnappe ich mir mein Fahrrad und fahre zu „Bunnings“, einem Baumarkt, der auch jetzt noch auf hat. Im Badbereich finde ich eine günstige einfache Waage. Zum Ausprobieren steht eine zum Testen da. Ich stelle mich drauf. 75kg. Ähm… Schätzen kann ich selbst, aber wenn die Waage SO ungenau ist, brauche ich keine Waage… Genauigkeit also +/- 10-20kg. Cool :-/ Nehme dann die nächstteure, die hat schon eine Digitalanzeige und ich hoffe, dass sie genauer ist. Zu Hause also ausgepackt, Koffer draufgestellt, zu schwer. Oh. Also wird umgepackt, nochmal gewogen, nochmal umgepackt, nochmal gewogen usw. Der Koffer darf ja nicht zu schwer werden, das Handgepäck aber nicht zu groß. Irgendwann passt es dann aber, Handgepäck ist noch 2cm innerhalb der Höchstmaße und nicht zu schwer, der Koffer wiegt auch knapp unter 15kg.

Samstag morgen fahre ich dann los, mit dem  Bus zum Bahnhof, von dort Richtung Flughafen. Der Ticketautomat sorgt wieder für einen Schock – 20,20$. Nur nach Sydney kostet 8,20$, aber zwei Stationen zum Flughafen kosten 12$ Aufpreis. Wow! Das hatte ich schon wieder verdrängt…
Chrissy hat sich zum Frühstücken in Sydney mit ihrer Kollegin zusammengesetzt, ich verbringe die Zeit halt im Zug und dann treffen wir uns gegen Mittag am Flughafen. Eingecheckt haben wir schon online, die Boardingpässe habe ich ausgedruckt dabei, also nur noch den Koffer aufs Band legen, Gewicht passt und warten aufs Boarding.
Im Flugzeug meckert dann die Flugbegleiterin, dass unsere Rucksäcke zu groß seien. Nächstes Mal sollen wir die bitte als Koffer einchecken. Sie schaut nochmal genauer uns sagt dann, nur meiner sei zu groß – für heute sei das in Ordnung, aber nächstes Mal nicht. Das erzählt sie uns noch 3x und wird dabei immer böser im Ton. Aber was soll ich den tun? Dabei habe ich zu Hause gewogen und gemessen – es ist zwar knapp, aber innerhalb der Maximalgröße. Mit ihrem „scharfen Blick“ scheint sie das aber ja besser beurteilen zu können und weist uns „freundlich“ darauf hin. Dann macht sie sich auf den Weg zurück zum Gate, um dort die Dame zu holen, die uns mit unseren Rucksäcken hat passieren lassen. Die schimpft dann ebenfalls mit mir, entschuldigt sich aber auch, dass sie das wohl nur übersehen habe, aber das sei zu groß. Als ich ihr erzähle, dass ich nachgemessen habe und alles in den Grenzen sei, wird sie ruhig und geht wieder, für sie ist die Sache damit dann erledigt. Die „gut gelaunte“ Stewardess wirft mir aber noch einmal einen bösen Blick zu und macht sich dann weiter an die Abfertigung. Freundlich hier bei Jetstar! Ich hätte gerne eine Waage und ein Maßband gehabt, um zu zeigen, dass ich im Recht war und man hier gar nicht so rumzetern muss. Naja, ist ja auch ein Billigflug, Essen, Getränke und Unterhaltung (Leih-iPads) kosten alles Extragebühren, Koffer (außer Handgepäck) auch. Aber dann geht es los.

Sydney

Über den Wolken…

Ich habe Hunger, hab noch nichts richtiges zu Essen gehabt und das Frühstück ist schon viele Stunden her. Aber hier an Board ist es zu teuer. Und langweilig ist es. Ich schnappe mir die kostenlos ausliegende Zeitschrift. So wirklich interessant ist sie aber nicht – außer einer Werbung. Dort wird mit dem Slogan „das perfekte Geschenk für die ganze Familie“ geworben – und für was? Für eine Klobrille!!! 😀 😀 Beheizt, mit Absenkautomatik, integrierter Warmwasser-Hintern-Waschfunktion und Heißlufttrocknung. Oje! Na das ist wirklich das perfekte Geschenk für die ganze Familie.

Das perfekte Geschenk!

Nach ca. 3 Stunden fliegen wir dann über Cairns hinweg, drehen eine Runde und es geht in den Anflug auf den Flughafen. Überall Wald hier! In einem traumhaften Sonnenuntergang landen wir dann.

Kurz vor Cairns

Ein kurzes Telefonat später ist der Fahrdienst, der uns zum Hostel bringt, organisiert und eine Weile später werden wir abgeholt und zu unserem Hostel gebracht. Dies trägt übrigens den Namen „Asylum“. Auf Deutsch kann das „Zuflucht“ bedeutetn, aber auch „Irrenanstalt“ bzw. „psychatrische Anstalt“. Ich denke, das ist auch eher gemeint – und nicht „Zuflucht“ 😉 Wir werden herzlich empfangen (sehr sympatisches Personal!) und das Zimmer (2er-Zimmer) ist zwar nicht schön, aber ok! Vom Hostel bekommen wir sofort Essensmarken für einen Pub in der Innenstadt, das ist in unserem Übernachtungspreis auch inklusive. Dort können wir ein gratis-Essen bekommen oder für faire Preise zu größeren Gerichten „upgraden“. Ein bisschen schauen wir uns im Hostel um, dann geht es zu eben diesem Pub („The Woolshed“). Eine Essensmarke mit Upgrade für 5$ später habe ich ein großes Schnitzel mit Pommes vor mir. Ahh, endlich was vernünftiges zu Essen! Dann schauen wir uns noch ein bisschen in Cairns um, an der Lagune, am Wasser am Hafen, kurz ein paar Eindrücke sammeln.

Den nächsten Tag beginnen wir mit Ausschlafen. Ist ja schließlich Urlaub 😉 Dann besorgen wir uns Unmengen (kiloweise quasi) an Flyern und Infomaterialien über die Aktivitäten in Cairns und Umgebung und setzen uns an die Lagune, um die Flyer durchzuarbeiten. Schön ists hier. Und warm 🙂 Dabei ist Juli doch der kälteste Monat hier – dafür ist es verdammt warm. 🙂

Chrissy in Cairns 1

Chrissy in Cairns – an der Lagune

Carins – an der Lagune 1

Carins – an der Lagune 2

Cairns – Blick Richtung Norden

Dann werden die nötigen Lebensmittel bei Coles eingekauft und unter anderem wollen wir mal zwei Produkte probieren, die wir vorher noch nie zu uns genommen haben. Einen Meat-Pie (Fleischkuchen) und eine Sarsaparilla-Brause von Schweppes. Zunächst geht es aber wieder ins „Woolshed“, heute mal das kostenlose Essen ohne Upgrade ausprobieren. Eine Portion Nudeln mit Soße gibt es z.B. dafür. Leider nicht gerade sehr groß… Hätte zum satt werden etwas mehr sein dürfen… Aber das besondere heute? Es ist Christmas-Party. Ja, Christmas. Weihnachten. Mitten im Juli… Warum auch immer, auf jeden Fall gibt es weihnachtliche Deko und Weihnachtsmützen. Immerhin keine Weihnachtslieder dazu, wobei man den einen oder anderen vor dem Pub schon mal „Jingle Bells“ summen hört.

Christmas Party!

Dazu gibt es Live-Musik von „Mojo Jacket„.

MoJo Jacket

Livemusik scheint hier sowieso hoch angesehen zu sein – überall auf den Straßen hört man die Bands in den Clubs und Pubs spielen und dazwischen sitzen Straßenmusikanten, die sich den einen oder anderen Dollar auf der Straße dazuverdienen.

Zu Hause probieren wir dann unsere „Errungenschaften“ mal aus. Zuerst den Meat Pie – das scheint ja ein typisch australisches Ding zu sein. Ein Kuchen mit Fleischfüllung. Klingt verdammt ekelig, sieht ekelig aus, schmeckt aber gar nicht so schlimm. Ist ein bisschen wie in Teig gefüllte Gulaschsuppe bzw. Hackfleischsuppe. Kann man essen!

Meat Pie

Aber dann wäre da ja noch die Schweppes Sarsaparilla Brause. Sieht aus wie Cola, ist aber aus den Trauben der Stechwinde (Sarsaparille). Nach dem Aufmachen der erste Schreck – riecht abscheulich. Naja, mal einen Schluck trinken. Oh je, das schmeckt noch schlimmer als es riecht… Wie ein Mix aus Schuhcreme und Pfefferminze. Ich finde, es riecht noch ein bisschen wie Exkremente, Chrissy sagt dagegen es erinnert sie an Zahnarzt. Wie dem aus sei, schön ist es auf jeden Fall nicht 😉

Tja und das war auch schon der Sonntag Abend, womit Woche 16 schon rum ist.

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4 Responses to “Woche 16”

  1. Nika sagt:

    Haha, ich hab grad auch erstmal überlegen müssen wie Sarsaparilla noch geschmeckt hat. Ich erinnere mich an nichts, aber bei dem Wort Zahnarzt klingelt was. 😀 Und wenn du schon dabei bist: Probier doch mal Ginger Beer. Das vermiss ich hier am meisten. Und Pommes mit Gravy Sauce.

    • Anin sagt:

      hach, der Meat Pie… auf Dauer ein wenig ?? (anderes/ freundlicheres WOrt für ekelig)… aber irgendwie vermiss ich es hier.. Auja Gravy Sauce 😀 😀

    • tobby sagt:

      Ginger Beer hab ich schon ziemlich zu Anfang mal probiert, da ich auch ein Fan von Ginger Ale bin. Bäääääh fand ich scheußlich. Danach schmeckt einem sogar Ginger Ale erstmal nicht mehr 😉 Ne, das ist absolut nicht meins. Ginger Beer gibs übrigens zum Teil auch in Deutschland, aber nicht unter dem Namen, weil man aufgrund des Reinheitsgebots nur Bier/Beer nennen darf, was aus Hopfen, Malz und Hefe ist.

      • Nika sagt:

        Ich fands am Anfang auch furchtbar, aber zum Schluss haben wir da jeden Tag ein Pack von geleert. Und das gibts hier auch unter dem Namen Ginger Beer, aber nicht von Bundaberg und das ist das was am besten schmeckt.

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